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überarbeitet 15.03.2008

Die Bedeutung des ppm-Wertes...

Zweifellos ist die Angabe "ppm" eine in der Wissenschaft bekannte Maßeinheit, aber es wird nicht ohne Grund von internationalen Normungsgremien  empfohlen, sie nicht mehr zu verwenden. (allgemein und nicht nur in Hinblick auf kolloidales Silber)

Zitat Wikipedia:
"Dies vor allem, um damit der Gefahr von Missverständnissen bei den analog gebildeten Begriffen ppb und ppt vorzubeugen. Denn "billion" und "trillion" bedeuten im amerikanischen Sprachgebrauch 109 (billion) und 1012 (trillion), während sie im deutschen 1012 (für Billion) und 1018 (für Trillion) bedeuten."
Zitat Ende

Der Begriff "ppm" ist für kolloidales Silber dann genügend klar, wenn gemeint ist:  1 ppm = 1 mg/l

Allerdings arbeiten Institute und Labors, in denen Proben untersucht werden können, keineswegs generell mit dieser schwammigen Maßeinheit, sondern geben den Silbergehalt gleich korrekt in mg/l an. Das ist regional und international unterschiedlich.

Erfahrungsgemäß gibt es jedoch auch Institute und Labors, die ausschließlich "ppm" als Maßeinheit verwenden und entsprechend ist der Begriff dort auch eingeführt und wird somit von dort mangels besserem Wissen  nicht ganz korrekt dem "wissenschaftlichen Weltniveau" zugeordnet.

Die großenteils unseriöse Branche "Kolloidal-Silber" verwendet den Begriff ppm hingegen freizügig. Häufig muß man davon ausgehen, daß es frei erfundene Zahlenangaben sind, denen keinerlei Laboruntersuchungen vorangingen.

Bei der Vielzahl gewerblicher Angebote kann man in 99 Prozent aller Fälle einen angegebenen ppm-Wert als "frei erfunden" betrachten. 

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Allgemein: Kolloidales Silber soll möglichst kleine Silberpartikel enthalten. Nur diese können die Zellmembranen des Körpers und ebenso die von Viren, Bakterien und Keimen durchdringen und dort ihre Wirkung tun. Bei einzelligen Bakterien z.B. dringen die kleinen Silberpartikel ein und blockieren im Inneren ein für die Sauerstoffgewinnung zuständiges Enzym. Der Stoffwechsel der Parasiten kommt zum Erliegen, und sie sterben ab. So lautet eine derzeit anerkannte Erklärung. Große Silberpartikel hingegen sind auf Krankheitserreger wirkungslos oder gelangen erst gar nicht bis an den Krankheitsherd und belasten nur den Körper. 

 

Etwas zur Definition und zur Historie des Kolloidalen Silbers

Von einem Kolloid spricht man, wenn drei Vorraussetzungen erfüllt sind:

1. Es sind unterschiedliche Bestandteile (hier Silber/Wasser)

2. Sie müssen unterschiedliche Aggregat-Zustände haben (hier fest/flüssig)

3. Die festen Partikel dürfen nicht löslich sein, d.h. keine chemischen Verbindungen mit der Trägersubstanz eingehen. (Trägersubstanz hier Wasser)

Silberkolloid ist daher Silber, das sich in feinsten Partikeln, idealerweise Zusammenballungen von nur wenigen Atome, im Wasser befindet und aufgrund seiner elektrischen Ladung und Abstoßung in diesem "Träger" wie Nebel schwebt, aber keine chemische Verbindung mit ihm eingeht.

In einem Silberkolloid bewegen sich die Größen der Silberpartikel innerhalb eines Bereichs von 0,005 bis 0,015µm im Durchmesser (1µm ist ein Millionstel Meter). Zum Schweben angeregt werden sie durch die Wärme, was als Brownsche Bewegung bezeichnet wird, ferner durch ihre gleichnamige elektrische Ladung und Abstoßung, womit sie, nach menschlich-historischen Zeiträumen gemessen, in einer fast unendlichen Schwebe gehalten werden. Das bedeutet, daß die Gravitation keinerlei physische Einwirkungen mehr zeigt. Ein Kolloid setzt sich nicht am Boden ab, zumindest nicht in überschaubaren Zeiträumen, also etwa schon nach Monaten oder Jahren.

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Der ppm-Wert (Parts per Million)

Angaben für sehr geringe Stoffkonzentrationen
1 ppm (parts per million) = 1 Millionstel = 0,000.1% = 1 Milligramm pro Kilogramm (mg/kg) bzw. 1 Milliliter pro Kubikmeter (ml/m3)
1 ppb (parts per billion) = 1 Milliardstel = 0,000.000.1% = 1 mycrog/kg bzw. 1 mycrol/m3
1 ppt (parts per trillion) = 1 Billionstel = 0,000.000.000.1% = 1 ng/kg bzw. 1 nl/m3
Ob die Angaben in p. gewichts- oder volumenbezogen sind, hängt vom jeweiligen Kontext ab.

Dieser Wert sagt aus, wie viel Millionstel Teile auf eine Million Teile fallen. Das können Volumenteile oder Gewichtsteile sein. 

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Der Umstand, daß manche "modernen Menschen" nicht über ihren Tellerrand schauen können und meinen, das "kolloidale Silber" sei eine Pseudoerfindung der letzten Jahre, ändert nichts daran, daß es bis in die dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts weltweit klinisch als Antiseptikum angewandt wurde.Vor der Entdeckung und Einführung des Penicillins (1928) und seiner breiten Anwendung im 2. Weltkrieg gab es nicht viel anderes, außer vielleicht Alkohohl.

Nach historischen Berichten wurde kolloidales Silber früher mechanisch zerrieben, bis auf Partikelgröße von wenigen Atomen. Die Feststellung des ppm-Wertes muß früher eine gänzlich andere gewesen sein, als heute. Den Berichten zufolge wurde sie zeitweise ausschließlich unter dem Ultra-Mikroskop "durch visuelles Auszählen" auf einer markierten Strecke durchgeführt.

50 ppm z.B. bedeutete real, daß sich in einer Probe unter dem Ultra-Mikroskop "sichtbar" 50 einzelne "Zusammenballungen" von Silber-Atomen fanden. Das konnten einige wenige Atome pro Partikel sein, es konnten auch einige oder viele Tausend Atome sein, die "einen einzigen und dennoch winzigen, zusammenhängenden Partikel" bildeten. Wie wollte man diese Zusammenballung unter dem Ultra-Mikroskop behandeln? Wie wollte man gar die einzelnen Atome zählen und so das Gewicht eines Partikels oder aller Partikel ermitteln? Das war gar nicht möglich.

Insofern ist "ppm" heute, wenn es mg/l bedeuten soll, etwas gänzlich anderes, als es das einmal zu Hauptanwendungszeiten des kolloidalen Silbers war. Ein Labor ermittelt heute lediglich den Anteil an Silber, gleichgültig, um welche Partikelgröße es sich handelt und macht auch keinen Unterschied zwischen dem kolloidalen Silber und den (leider) überwiegenden Silberionen.

Ja es kommt noch schlimmer: Es gibt inzwischen dubiose Gerätehersteller aus der Branche, die behaupten, die Silberionen, das "ionische Silber" seien das Ziel der Herstellung, die reinen Silberpartikel seien wertlos. Sie kehren damit das bekannte Prinzip einfach um und leugnen die Herkunft und den Ursprung des kolloidalen Silbers: Nämlich "mechanisch feingemahlenes Silber, ohne jeglichen Anteil  an Silberionen". 

 

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"moderne" Widersprüche:

In seinem Buch "Immun mit kolloidalem Silber", 9. Auflage, Seite 39, erklärt Dr. Josef Pies den Zusammenhang wörtlich:

(Zitat Anfang) "Lautet die Empfehlung also zum Beispiel, ein Glas Wasser (normalerweise etwa 200 ml [= 0,2 l]) mit 1 ppm kolloidalem Silber einzunehmen, bedeutet dies, daß in einem Glas Wasser 200 µg  oder 0,2 mg kolloidales Silber enthalten sind." (Zitat Ende)

Man muß vermuten, daß diese Aussage falsch ist. Es geht nicht daraus hervor, ob Volumen- oder Gewichtsanteile gemeint sind. Nun wäre das völlig egal, wenn Silber nicht 10,5 mal so schwer wie Wasser wäre. (spezifisches Gewicht Silber = 10,5) Demnach wiegt 1 Millionstel von 200 ml Volumenanteilen in Silber = 2,1 mg = 0,0021 Gramm (oder 2100 µg). Also das 10,5 fache von dem, was Dr. Pies errechnet. Wären es aber umgekehrt Gewichtsanteile, so wären die von Dr. Pies genannten 0,2 mg nur so viel, wie 0,019 mg Wasser. 

Bezöge sich der ppm-Wert auf Volumenanteile, könnte er ohne Umrechnung nichts aussagen, über den Silberanteil in mg. Dies (Silbergehalt in mg als Resultat aus einem ppm-Wert) ist aber das Ergebnis der Berechnung von Dr. Pies. Man sieht also, daß hier etwas nicht stimmen kann. 

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"Solange diese grundsätzlichen Dinge nicht geklärt sind, ist jegliche ppm-Angabe von vornherein völlig wertlos." Sie sagt weder aus, ob viel oder wenig Silber im Wasser ist. 

Die US-Gesundheitsbehörde legt ihre zulässigen Grenzwerte in µg je kg Körpergewicht fest. (1 µg = 1 Mikrogramm = 1 Millionstel Gramm) Das würde, bezogen auf die Berechnung, wie Dr. Pies sie vorführt, bedeuten, daß man schlicht und einfach gar nicht mit ppm oder Millionstel Parts rechnen kann, sondern nur das reine Silbergewicht einer kolloidalen Gesamtmenge (Silberwasser) in µg angibt. (oder z.B. "µg per Liter Wasser")

 

Das Gerücht...

Es hält sich im Web eisern etwa folgende Aussage: "Man könne für ungefähr 40 Euro in einem entsprechenden Labor eine Probe Kolloidal-Silber auf den ppm-Wert untersuchen lassen."

Das wurde nun recherchiert, mit dem Ergebnis, das es unwahr ist. (An dieser Stelle: Vielen Dank an alle, die dazu Informationen lieferten, besonders "Sixi!") Es konnte kein einziges Labor in Europa gefunden werden, das überhaupt jemals solch eine ppm-Wert Bestimmung im klassischen Sinne gemacht hat und folglich imstande wäre, derzeit diese Untersuchung "routinemäßig" durchzuführen. 

Zweifellos kann ein Labor das machen, vorausgesetzt, es verfügt über die nötige Ausstattung, z.B. ein Ultramikroskop. Es konnte aber auch bei den Recherchen kein Labor gefunden werden, das über ein Ultramikroskop verfügt. 

Es stellt sich nicht die Frage, ob es solche Labors einmal in großem Umfang gab oder hier und da tatsächlich vereinzelt noch gibt. Es hat sich nur herausgestellt, daß man auf üblichen Informationswegen garantiert nicht an die Adressen solcher Labors kommt, falls es sie überhaupt gibt, weil diese Art der Untersuchung "nicht weithin bekannt, nicht verbreitet und nicht üblich ist". Machbar ist die ppm-Bestimmung unter dem Ultramikroskop zweifellos, aber es wird offenbar nicht oder "seit langem, möglicherweise seit vielen Jahrzehnten, nicht mehr" routinemäßig gemacht. Stattdessen ist man dazu übergegangen, "ppm" stillschweigend und mit Selbstverständlichkeit gleichzusetzen, mit mg/l und bezieht dabei einfach den Großteil an Silberionen mit ein.

Nach Auskunft eines führenden Mitarbeiters von Eurofins (ein europaweit arbeitendes Laborkonsortium) sind solche Labors im europäischen Raum nicht bekannt. Forscht man bei der Suche weiter nach, hört man noch, es gäbe irgendwo in den USA ein einziges, derartiges Labor. Aber nähere Angaben waren dazu bisher auch nicht zu bekommen. (Stand Oktober 2006)

Zweifellos lassen sich alle möglichen Untersuchungen machen, die zur Bestimmung des Silbergehaltes dienen. Da bei der heutigen Herstellungsweise von kolloidalem Silber (mit Silberelektroden und Elektrizität) aber überwiegend Silberionen (80 - 85 Prozent) herausgelöst werden und nur der Rest das Kolloid bildet und außerdem, je nach Verunreinigung des Wassers bzw. der Silberelektroden, auch Silberchloride und Silbersalze zur "Gesamt-Silbermenge" zählen, also überwiegend Anteile, die allesamt nicht zum Silber-Kolloid gehören, sondern "ungewollte und unliebsame Zuschläge" darstellen, haben die Ergebnisse nichts mit dem ppm-Wert des Silber-Kolloids zu tun. 

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Die "ppm-Meßgeräte...

Von Zeit zu Zeit werden sie bei ebay und sonstwo angeboten. Es sind aber nur "Leitwert-Meßgeräte", mehr nicht. Ein "ppm-Meßgerät" gibt es nicht. Wenn ein Anbieter das so bezeichnet, täusch er etwas Falsches vor oder sagt aus Unwissenheit etwas Falsches. Es soll auch schon solche Leitwert-Meßgeräte mit Anzeigeskala oder Aufdruck in "ppm" gegeben haben. Dann besteht allerdings Verdacht betrügerischer Absicht. Daß der Handel möglicherweise in seiner Ahnungslosigkeit und im Vertrauen "auf das Geschriebene" verkauft, ist eine andere Sache. 

Es läßt sich aus der Leitwert-Messung des Wassers vorher/nachher auf die Menge der Silberionen schließen, die "nachher" im Wasser sind. Wenn man annimmt, daß bei der üblichen Methode ca. 80 bis 85 Prozent des Silbers in Form von Silberionen anfallen und somit nur die restlichen 15 bis 20 Prozent das eigentlich Kolloid ausmachen, hat man eine Berechnungsgrundlage. Aber auch das erfordert genormte und standardisierte Verfahren, außerdem gibt es dazu keinerlei wissenschaftliche Grundlagen.  Ein ppm-Meßgerät macht nur Sinn, wenn man damit "eigene Erfahrungswerte" ermittelt und vergleicht, die sich aber nicht verallgemeinern und/oder auf andere Geräte übertragen lassen.

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Fazit: "ppm" ist heute im Zusammenhang mit kolloidalem Silber etwas gänzlich anderes, als es einmal war. Wenn es nun heißt, "ppm sei = mg/l" und alle halten sich daran, soll das aber genügend klar sein.

 

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